SPK KOMPLEX
Kino-Dokumentarfilm, D (2018), 111min
 
Buch & Regie: Gerd Kroske
Kamera: Anne Misselwitz / Susanne Schüle
Kamerassistenz: Helge Haack
Ton: Benedikt Gaussling / Johannes Schmelzer- Ziringer
Dramaturgie: Antje Stamer
Montage: Stephan Krumbiegel & Olaf Voigtländer
 
Produktion: realistfilm
Produktionsleitung: Fritz Hartthaler
Co-Produktion mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).
 
Weltpremiere: 68. Berlinale Forum 18.Feb 2018
 
Synopsis:
1970 begründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg gemein-
sam mit Patienten das antipsychiatrische »Sozialistische Patien-
tenkollektiv« (SPK). Umstrittene Therapiemethoden, politische Forderungen und der massive Zulauf von Patienten, die der üblichen »Verwahr–Psychiatrie« tief misstrauten, führten zum Konflikt mit der Universität Heidelberg und der Landesregierung, der sich bald zuspitzte und in die Radikalisierung des SPK mün-
dete. Das gruppentherapeutische Experiment endet mit Verhaf-
tungen, Gefängnis und Aberkennung von Hubers Approbation.
 
Die SPK–Gerichtsprozesse wirken heute wie eine Vorwegnahme der Stammheim-Prozesse – mit Mitteln zum Ausschluss der Rechtsanwälte, Totalverweigerung der Angeklagten und empfind-
lichen Strafen für das Ehepaar Huber. Dabei stand die Härte der Strafverfolgung in kaum einem Verhältnis zu den eigentlichen Taten. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, haftet dem SPK seither an. Er überlagert, worum es damals eigentlich ging: um die Rechte von Psychiatriepatienten, Widerstand und um Selbstermäch-
tigung. Um Fragen also, die noch immer Aktualität besitzen.

SPK KOMPLEX wird sich der unerzählten Geschichte des „Deutschen Vorherbstes“ und seinen Folgen bis ins Heute widmen. Eine Geschichte vom Irresein und Irrewerden, ihrer öffentlichen Wahrnehmung und (nicht) zwangsläufigen Gewalt.

Trailer