SØEN I SPEJLET (Der See im Spiegel)
DK (2009), 22min, 16mm

Regie / Produktion: Johanna Domke
Schnitt: Angelika von Chamier
Szenografie / Kostüm: Katrin Gerheuser
Musik / Tonschnitt: Bilgehan Öziş

Gefördert durch: Kunstrådet, Vestjyllands Kunstmuseum

Premiere: Future Shorts Kopenhagen (Dezember 2009)
Weitere Festivals: Rencontre International Madrid (April 2010)

Gedreht in Sorø, Dänemark

Synopsis:
„Søen i spejlet“ („Der See im Spiegel“) thematisiert die Natur als einen Rückzugsort, an dem gesellschaftliche Regeln und Hierarchien außer Gefecht gesetzt werden – zumindest so lange, bis neue Rituale und Hierarchien diesen Ort zu regulieren beginnen.

Von einer lokalen Tradition des Sorø Internats am Sorø-See in Dänemark ausgehend, ziehen in „Søen i spejlet“ am Valborg-Abend (der letzten Aprilnacht) die Schüler über den See in den Wald und verbrennen Puppen, Abbilder ihrer Lehrer, auf einem großen Feuer. Was sich zuerst wie eine Fiktionalisierung der Erinnerung eines ehemaligen Schülers anlässt, wird mehr und mehr zu einer Dokumentation einer Inszenierung dieses Rituals – der Alumni selbst in der Rolle des Regisseurs. Doch sobald das Ritual beginnt, verschwimmt auch die Realitätsebene, je mehr die Emotionen und die Wut der jungen Schüler einen unheimlichen Grad an Authentizität erreichen.

Die Konstruktion von Bildern in Verbindung mit Erinnerung, Fiktion und Realität stellt die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft, Kultur und Natur in Frage. Dem See selbst kommt die zentrale Rolle des – möglicherweise befreienden – Übergangs vom „kultivierten“ Ufer der Schule zur anderen Seite, wo die Rebellion gegen die Regeln inszeniert wird.

Zum Film